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Es hat gerade geregnet, aber es ist immernoch schwül draußen, keine Ahnung, wie das Wetter das macht. Und dabei riecht alles nach nassem Asphalt, das bleibt ein schöner Klischeegeruch, im Hinterkopf singt Max Herre, halt dich fest, Sommerhymne für immer. Eine Runde Besorgungen, immer gleiche Wege, das ist nach ein paar Jahren Zuhause geworden. Lauter vertraute Gesichter, es hat was kleinstädtisches in den Vierteln hier, man kennt sich ein bißchen, aber auch nicht wirklich, man bleibt sich angemessen fremd.

Auf der Suche nach einer Glühbirne, heißt ja jetzt nicht mehr so, aber so ähnlich. Leichte Irritation am Regal, angeblich sind alle warmweiß, verschiedene Zahlen drauf, die mir alle nichts bedeuten; auf der Rückseite eine Tabelle, die die neuen Zahlen in Watt umrechnet, auf einmal fühle ich mich wie eine alte Oma, die die D-Mark immernoch vermisst und alles umrechnet. Es ist schon gut, dass man das nach so vielen Jahren nicht mehr macht; sonst könnte man kein Café mehr betreten, indem eine Tasse kaltgebrauter Firlefanzkaffee fast zehn Mark kostet. Vielleicht sollte man das aber doch wieder öfter machen, sich selbst mit der Absurdität der heutigen Zeit mehr konfrontieren als bisher.

Noch mehr Entscheidungen, auch immer die selben Gedanken: jedes Mal legt man mehr oder weniger die gleichen Produkte in den Wagen, völlig überfordert vom Überangebot hier, man nimmt das, was man schon kennt; 98 Käsesorten, 162 verschiedene Joghurts, wobei, so verschieden ja nicht, mindestens zehn verschiedene ähnliche Erdbeerjoghurts, selten sehne ich mich so stark nach Auswandern, Holzhütte, selbst stricken wie in diesen Momenten zwischen all den Regalen. Die Dinge aufs Band legen, die schweren Sachen vorne, die leichten, weichen und sensiblen Dinge hinten, Bananen, Eier, Joghurt, das muss später oben, also jetzt hinten, bitte, nicht durcheinander scannen, das hier hat System.

In der Kassenzone am schwarzen Brett ein kurzer Einblick in andere Parallelwelten, Jobgesuche für Computerarbeiten und kleine Tätigkeiten im Haushalt und natürlich Zettel wie: Rollator zum günstigen Preis abzugeben, wieso sollte den jemand loswerden wollen, natürlich weil der Vorbesitzer jetzt nicht mehr damit fährt, und das kann alles heißen oder nichts. Wäre es unangenehm, den Rollator einer toten Person weiterzufahren, würde einen das mit der eigenen Endlichkeit zu sehr konfrontieren oder wäre es einfach ein ziemlich gutes Schnäppchen?
Wenn niemand bei dir ist, denkst, dass keiner dich sucht, du hast die Reise ins Jenseits vielleicht schon längst gebucht.


“Haste den neuen Stuckrad-Barre schon gelesen? Ist echt gut, schonungslos, hart natürlich auch, aber muss man echt lesen.” So, oder so ähnlich, das sagen grade alle, und während es natürlich herzlich egal ist, was alle sagen, jetzt also doch mal wieder Stuckrad-Barre gelesen. Panikherz*, guter Titel, eh klar, der Titel ist die halbe Miete. Keine Rezensionen vorher gelesen, erst nachher, und dann natürlich die Frage aller Fragen: was soll man über so ein Buch schreiben?

Was ist das überhaupt für ein Genre, eine Mischung aus Lebensbeichte, öffentlichem Tagebuch und einer Art Doktorarbeit über Begegnungen mit einzelnen Figuren des Pop- und Literaturbetriebs? Viel zu privat alles beim Blick hinter die Kulissen, Blut, Schweiß, Absturz und Tränen überall, alles selbst erlebt irgendwie, dadurch natürlich eh schon unangreifbar, also kann man alles und nichts drüber sagen; alles natürlich mit HERVORHEBUNGEN, so dass man jederzeit die richtige Betonung kennt und es beim Lesen so ist, als würde er im eigenen Hirn sitzen und vorlesen. Dazu noch ungefähr vier Meta-Ebenen, die wahrscheinlich die Hälfte eh nicht versteht und so viele Popreferenzen, also, da muss man schon viel Musik gehört und die richtigen Bücher gelesen haben; dieses Buch ist wirklich nicht für jeden etwas.

Ein richtiges Brett, 564 Seiten, man muss das schon auch bis zum Ende durchhalten können und wollen, in der Mitte dann irgendwann der große Wunsch, dass es ihm doch bald besser gehen möge, dauert natürlich noch eine ganze, lange Weile; zwischendurch googlen, wie es ihm denn jetzt geht, und falls man eine völlig vermessene Ferndiagnose per Bildersuche ausstellen kann, obwohl man natürlich weiß, dass man nichts weiß, dann wäre es am ehesten “den Umständen entsprechend”.

Es ist ein Männerbuch, von einem Mann über die wichtigen Männer seines Lebens, Frauen eher nur Randfiguren; das alles auszuerzählen wäre ein anderes Buch geworden. Alles eine einzige sausage party, ehemalige Indiejünger bekommen da sicher feuchtschwitzige Hände, man, wen der alles getroffen hat im Laufe seines bunten Treibens! In den wilden Jahren allen ans Bein gepinkelt, später sinkt der Ironiepegel und dann ist da manchmal einfach nur ein Fanboy mit dem großen Glück, im richtigen Moment doch mal am richtigen Ort zu sein, Access All Areas, tiefgründige und weniger tiefgründige Momente mit denen da oben, natürlich wird auch immer klar, wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten, gerade und vor allem auch bei denen; er selbst zwar zwischenzeitlich high, aber nicht so richtig oben dabei, eher immer ein Stück daneben, das löst sich nicht auf, nichtmal halbironisch.

So eine einzelne Sucht wäre ja schon hart und anstrengend, aber Drogen, Alkohol und Essstörung? Nur kurz am Anfang wird der eine oder andere Rausch noch glorifiziert, später alles nur noch hässliche Fratze, Christiane F. lässt grüßen. Der Rezensentenfreund, der auf der Rückseite des Buches mit dem Satz “Ich bin ja eher ein bürgerlicher Mensch, aber eines weiß ich nach diesem grandiosen Buch gewiss: Ich hab ‘ne Menge verpasst!” zitiert wird, hatte das Buch zum Zeitpunkt des Zitats entweder noch nicht gelesen oder nix verstanden, ansonsten ist das Gegenteil von gut natürlich gut gemeint und hätte eher eine Backpfeife verdient.

Es ist schade, wenn man mit Udo nichts am Hut hat; weil das der rote Faden des Buchs ist und alles zusammenhält. Leider kein Künstler, über den man zufällig stolpert, die Lieder muss einem schon jemand zur richtigen Zeit vorspielen und einen mit der Udoliebe anstecken; und wenn man richtig drüber nachdenkt, ist es genau der Weg, auf dem die beste Musik ins eigene Leben findet: jemand spielt sie einem genau dann vor, wenn man sie braucht. Dazu also leichte Verwunderung bei Stuckrad-Barre, dass es Leute gibt, die mit Udos Musik nichts anfangen können, aber soll es wirklich geben; dann auch einer der schönsten Sätze des Buchs: Man kann nur jedem wünschen, dass er eine solche Musik hat, die ihm ein Zuhause ist.

Dem Buch fehlen Widmung und Dank, gleich am Anfang gemerkt, immer schade, meine Lieblingsstellen in Büchern, aber am Ende dann auch klar, dass sich Dank und Widmung auf den 564 Seiten verstecken, immer wieder viel Liebe für Udo und die Panikfamilie, und die echte, die ihn immer wieder rausholt, nicht nachlässt, niemals, nicht nach allem, was da gewesen ist.
Das kleingedruckt auszuformulieren wäre vermutlich zu offensichtlich, dann lieber episch zwischendrin.

Tatsächlich hat das Buch ein eigenes Genre begründet, da steht es dann recht alleine im Regal: als Überlebenswerk. Das machen wir ja auch alle, jeden Tag, wenn’s auch manchmal nicht mehr ist als das, aber immerhin. Man bekommt da keine Tipps, kein Ich-hab-es-geschafft-und-du-kannst-es auch-Lebenshilfe-Coaching, nicht mal ein solides Wie-man-es-nicht-machen-sollte, es wird in keine Richtung missioniert, und vielleicht ist genau das das Allerschönste an dem Buch.

(Benjamin von Stuckrad-Barre: Panikherz, Kiepenheuer & Witsch, 2016.
* Amazon Affiliate Link, aber natürlich auch in der Buchhandlung des Vertrauens erhältlich.)


Die letzten Winterwochen sind am zähesten. Die Tage werden länger, aber das Besinnliche, die Vorfreude und der Glühweinausschank sind schon weg. Wie die letzten hundert Meter vor der Haustür, wenn die Einkäufe viel zu schwer sind und man die Tüten noch dreimal abstellen muss, weil der Riemen so in die Hand schneidet, dass sie abzureißen droht. Völlig unverständlich, weil man ja schon so weit gekommen ist, die paar Meter noch, aber es geht einfach nicht.

Im Supermarkt dann das Übliche; holen, was noch fehlt, was immer das ist. Erstaunlich, dass man immer die gleichen paar Dinge kauft, und wie spannend es ist, am Kassenband zu schauen, was die anderen so drauflegen. Vielleicht total entlarvend, vielleicht auch genau nicht, aber eigentlich sieht man doch für einen kurzen Moment, was der andere da gerade durchmacht, low carb, Bikiniblitzdiät, Trennungsschmerz, gute Vorsätze, schlechte Laune, you name it. Der junge Mann hinter mir hat einen soliden Burgerabend vor sich, die ältere Dame mit dem Rollator vor mir legt ein paar Alibilebensmittel, eine Kreuzworträtselzeitung mit Fernsehprogramm und zwei Flaschen billigen Korn aufs Band. Da sagt auch nie jemand was, was soll man auch sagen, Alkoholismus ist schließlich für Erwachsene nicht verboten, aber, trotzdem.

Manchmal denke ich in diesen Tagen, dass ich gerne früher gewusst hätte, dass man in vielen Bereichen des Lebens mit Disziplin so viel weiter kommt als mit Talent. Glück hat man an den Stellen, an denen sich beides überschneidet; aber wenn nur eins von beiden da ist, ist das eine dem anderen deutlich überlegen. Am Ende zählt nämlich nicht, was man alles kann, sondern nur, was man alles erledigt; am Ende hält genau das den Alltag zusammen.


(Start bei Minute 1:10; Choir Choir Choir – Space Oddity Cover)

Nachts geträumt, dass ich eine neue Band habe und wir auf einem Start Up-Event vorspielen, ich an der Trommel; keine Ahnung, was mir das sagen soll. Das Choir Choir Choir Bowie Cover oben, in dem 500 Leute zusammen singen, trifft mich dann unvorbereitet, volle Breitseite. Musik erreicht ja manchmal Stellen, die für Logik völlig unerreichbar sind. Meistens fühle ich zu viel oder zuwenig, heute eher zu viel, and I’m floating in the most peculiar way.
Es müsste immer Musik da sein, bei allem, was du machst; einer der meist verwendeten Sätze in Onlineprofilen der 00er-Jahre und das Indie-Pendant zum Kleinen Prinzen, immernoch unentschieden, ob manche Momente nicht doch ohne Musik besser sind.
(Trotzdem stark verliebt in diesen Chor – gefühlt haben sie alle guten Lieder schon gesungen.)


Eine Weile hat es mir nicht gefehlt, zu schreiben; im Gegenteil, ich dachte, ich wäre fertig damit. Es wuchsen keine Texte nach, früher wuchsen die einfach in mir drin, ganz normal.
Dazwischen dann zuviel Leben, und die Krux, dass ich noch nie genau über das Leben und die Arbeit schrieb und die Metaebene zu anstrengend war.

Gestern habe ich mich hier festgelesen und es doch vermisst. Die Sachen auf den Punkt bringen, jedenfalls für kurze Momentaufnahmen, das war immer mein Ding, nie die Langstrecke, lieber nur ein paar Absätze, zackbummrausveröffentlichen.
Jetzt fühlt es sich knirschend an, wie nach langer Zeit auf Schlittschuhen stehen, ziemlich spackig, aber blog like nobody’s watching geht ja immernoch und immer wieder.

Dieses Jahr werde ich 30, die Älteren lächeln jetzt milde, whatever, es fühlt sich dennoch wie eine Zäsur an, wobei es eigentlich nur eine Angleichung des Äußeren an die inneren Verhältnisse ist; das Leben fühlt sich schon seit Längerem nach dreißignochwas an, falls man Zahlen denn fühlen kann.
Trotzdem, das hier ist schon das nächste Kapitel im Handbuch des Erwachsenwerdens; und weil ich jetzt schon so gerne in den vielen vergangenen Jahren hier nachlese, schreibe ich weiter, ein paar Momentaufnahmen. Um dann in zehn Jahren wieder dazusitzen und mich zu wundern, was ich in meinen 30ern alles dachte und was mich so beschäftigte. Man lebt das Leben ja vorwärts und versteht es erst rückwärts, es reicht in der Zwischenzeit, das zu wissen.

Ein paar Dinge, die mir im Dezember gute Laune machen und auch gut in die Zeit zwischen den Jahren passen – genau dann, wenn im Internet nichts Neues drin steht und etwas Beschäftigung nach dem siebten Plätzchenteller absolut passt.

Make it so (Let it snow)
Siehe Video oben: Weihnachtsstimmung für Nerds. Ich finde es immer wieder toll, dass es Menschen gibt, die sich die Mühe machen, sowas zusammenzuschneiden. #ilovetheinternet

Billy Bob Thornton in der Serie “Fargo”
Als Schauspieler bisher grandios unterschätzt; irgendwie ist er mir nie besonders aufgefallen. Aber die Rolle des Lorne Malvo scheint genau für ihn gemacht zu sein – absolut grandios gespielt. “Fargo” selbst ist eine Mischung aus Krimi und Dark Comedy; man kann auch ohne Spoilergefahr sagen: Es wird da schon ganz gerne geschossen. (Hier der offizielle Trailer der Serie, den ich nur so mittelaussagekräftig finde: die Serie kann mehr als der Trailer.)

Die Fotos des Jahres verarbeiten
Wenn es ein Geschenk werden soll, bleiben noch etwa 2 Tage, damit Fotobücher rechtzeitig entwickelt werden können und noch ankommen – Steffi von OhhhMhhh hat einen Tipp für einen Fotobuchdienstleister, der “auch für Technikspacken” leicht schöne Ergebnisse liefert. Ansonsten wäre jetzt auch noch ein guter Zeitpunkt, die Fotos des Jahres entwickeln zu lassen und sie dann zwischen den Jahren ganz altmodisch in ein Album einzukleben. So wie damals!

Ideen und Inspiration für das neue Jahr sammeln
Gute Vorsätze für das neue Jahr, das sind die, die nie umgesetzt werden; man kann sie sich also auch direkt sparen. Schöner ist eine interne Bilanz des fast vergangenen Jahres:
Was war gut, was kann bleiben? Was war nicht so gut, was passt nicht mehr, was soll im alten Jahr zurückbleiben?
Und dann Ideen für das neue Jahr sammeln: eine Freundin plante mal für jeden Monat ein neues kleines Projekt – im Januar ging es ums fotografieren, im Februar hat sie ein Zimmer renoviert, im März jeden Tag geschrieben und so weiter… wenn man da 12 kleine Dinge findet, die den Horizont erweitern, ist das schön. Und wenn mal ein Projekt nicht durchgehalten wird, ist es nicht so schlimm und deswegen nicht der ganze Vorsatz hinüber. Was auch gut ginge: jede Woche ein neues Rezept ausprobieren, in einem Sommermonat jeden Tag eine neue Eissorte probieren, alle zwei Wochen einen interessanten TED Talk ansehen, oder einen Massive Open Online Course zu einem Thema belegen, das einen schon lange interessiert. (Eine breite Übersicht an MOOCs findet man u.a. hier bei Coursera)

Nach langer Zeit und wahrscheinlich auch für lange Zeit mal wieder im Kino gewesen und Boyhood gesehen und ihn rundum gut gefunden. Wie toll es ist, einen Film über 12 Jahre zu drehen; zu hoffen, dass das klappt. Dass alles gut geht und alle bis zum Ende mitmachen wollen und können.
Wie bewegend der Film ist, unaufgeregt und leise. Wie man zwischendurch das Gefühl hat, dass das Leben genau so ist, kein bißchen glamourös, sondern sehr real und an manchen Stellen auch recht hart. Wie man über die Jahre sieht, was aus Entscheidungen wird. Wie manche Dinge funktionieren und andere nicht, und wie man dann einfach weitermacht und auch zwischendurch immer wieder neu anfangen kann und muss.
Wie sich das Erwachsenwerden anfühlt: für die Kinder und auch für die Eltern, die manchmal gar nicht so schnell hinterher kommen.
Selten hat ein Film so einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen, voll auf die 12; dieses Gefühl schon beim ersten Anschauen, dass das einer der besten Filme ist, die ich je gesehen habe, und den ich wahrscheinlich noch lange später als einen Allzeitfavoriten nennen werde.
(Und dann ist auch noch der Soundtrack toll!)


Schon etwas älter und dennoch großartig: Ellen DeGeneres stellt einen neuartigen Stift vor, der speziell für Frauen ist. Einen eigenen Werbespot hat sie dafür auch gedreht. Ja, ja und ja.

Was Ghayeb und all die anderen brauchen, ist eine Antwort, ob wir es ernst meinen, unser Versprechen auf Schutz vor Verfolgung, oder ob wir Mitleid nur mit den Bildern von leidenden Menschen im Krieg in der Ferne haben, aber nicht mit den realen Menschen hier in den Heimen an unserer Peripherie.

Es gibt verschiedene Arten von Unsichtbarkeit. Manche Menschen werden nicht gesehen, weil sie sich verstecken, manche werden nicht bemerkt, weil sie in Gegenden leben, die man nie besucht, an der Peripherie, und manche Menschen werden nicht gesehen, weil man wegsieht oder durch sie hindurch.

Was sichtbar wird, wenn man sich an den Rand begibt und die Umfangslinie abschreitet, sind nicht sie, sondern wir.

Wie geht es denen, die bei uns Zuflucht suchen? Ein halbes Jahr lang haben wir die Menschen in der Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge in Eisenhüttenstadt begleitet.

Ein langer, lesenswerter Text von Carolin Emcke im Zeit Magazin.