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(Mögliche Signiervorschläge: Abbildung ähnlich)

In den vergangenen Tagen wurde ich mehrfach gefragt, ob man denn auch signierte Spam-Bücher erwerben kann – klar, kann man.
Ehrlich gesagt hatte ich mir das einfacher vorgestellt, aber ich wusste ja auch gar nicht, wie das Autorendasein so funktioniert. Fakt ist: Man bekommt ein paar Freiexemplare und die anderen eigenen Bücher kann man vergünstigt kaufen. (Das ist ganz normal im Autorenland, aber: Eigene Bücher kaufen fühlt sich auch irgendwie skurril an; wahrscheinlich ähnlich seltsam wie als Musiker Sex zu haben, während die eigene Platte im Hintergrund läuft: irgendwie überselbstreferentiell. Wobei, wenn ich dann eine erste Platte… Gut’ Nacht.)

Eine wichtige Mitteilung muss ich an dieser Stelle auch noch machen, da eine Freundin erwähnte, ihre Mutter freue sich schon auf das Buch und sie möchte ihrer Oma daraus vorlesen: Dieses Buch ist nichts für zarte Gemüter.
In den Kapiteln mit den Titeln erregt? und Wilde Abenteuer kommen zahlreiche blumige Umschreibungen der primären und sekundären Geschlechtsorgane vor, daneben aber auch poetische Begriffe wie Schwanzgesundheit und Freifick sowie Mails mit Betreffzeilen wie
Lenas Mutter kennt kein Schamgefühl. Ich sage nicht, dass man der eigenen Oma das alles nicht vorlesen kann; ich sorge mich jedoch um ihre Herzgesundheit und wollte es nur einfach mal an dieser Stelle thematisiert haben. Das hängt ja jetzt ein wenig von der Oma an sich ab, wie die so drauf ist; ansonsten bietet es sich beim Vorlesen im Gruppenraum des Altersheims an, diese Stellen einfach zu überblättern. Stattdessen kann man den christlichen Senioren vielleicht das Kapitel mit den gottesfürchtigen Babys vorlesen.

Jedenfalls: Wer Interesse an signierten Büchern mit ganz persönlicher Widmung hat,
bitte hier diese kurze Umfrage ausfüllen (4 Fragen) – vielen Dank.
Im Anschluss daran kann ich den Bedarf an signierten Büchern ermitteln und dann nochmal einen konkreten Bestellprozess aufgleisen.
Braucht man das alles? Ich weiß es nicht, deswegen frage ich ja.
(Und für die, die denken: Hä, was für ein Buch überhaupt? Hier habe ich mehr dazu geschrieben und hier ist es bei Amazon zu sehen.)


Das sind jetzt diese Wochen, in denen das Leben durchrauscht wie ein Güterzug. Das ist jeden Sommer so, irgendwie vergeht die Zeit schneller im Sommer, wahrscheinlich ist das eine Art gefühlte Relativitätstheorieanwendung; ähnlich wie die gefühlten Temperaturen.


Erdbeeren auf einem Feld selbst gepflückt; dabei war ich erstaunt, dass die fertigen Beeren ja wirklich auf dem Boden liegen. Das macht denen auch gar nichts. Verrückte Natur.
Dann warmen Vanillepudding auf einen Tortenboden gegossen und die Erdbeeren hineinmodelliert. (filed under: Sommerglück)


Wenn man den Sommer konservieren könnte, um die Dose dann im grauen Berliner Winter zu öffnen, wären genau diese Tage darin.

Im Internet gibt es aktuell eine Debatte mit dem Hashtag #Waagnis, und bei der Debatte geht es darum, symbolisch die eigene Waage auszusetzen, um sich nicht mehr zu wiegen, sondern sich einem positiven Selbstbild anzunähern. (Texte von Maike bei Kleiner 3, Kommanderkat, Ninia LaGrande und der Waagnis-Tumblr mit einsamen Waagen.)
Das ist ein guter Anfang, vor allem wenn sich Menschen damit wirklich besser fühlen.
Aber das Waage wegwerfen alleine reicht nicht, viel wichtiger ist das, was wir sagen – über uns selbst und zu anderen. Und die Art und Weise, wie wir uns auf der Straße anschauen.

Mein eigenes Körperbild ist stark durch Erziehung geprägt; in meinen 20ern habe ich mich weitgehend davon emanzipiert. Als kleines Mädchen war ich sehr dünn und sollte mehr essen, später war ich viel zu dick und sollte nicht essen. Häufig bekam ich Kleidung geschenkt, die mir nicht passte und auch nicht meinen Vorstellungen entsprach – denn das trugen die anderen Mädchen, deswegen sollte ich das auch tragen, damit ich endlich hübsch wäre. Als ich aufwuchs, war ich nie okay. Ich selbst fand mich ziemlich okay, nicht perfekt, aber schon ganz gut. Ich trage heute Größe 42/44, und wenn ich richtig lache oder nach unten sehe beim Lesen, habe ich ein Doppelkinn. Das ist halt so.

Eine Problemzone, die mich jedoch lange beschäftigte, waren meine dicken Arme. Dass sie nicht der Norm entsprechen, lernte ich schon früh in Kleidungsgeschäften, wann immer ich einen Blazer oder eine Bluse kaufen wollte. In Frauenzeitschriften gab es gutgemeinte Übungen gegen das störende Winkfleisch, und Freundinnen rieten mir, nur noch Kleider mit Ärmeln zu tragen, die das Problem einfach überdecken. Meine Arme sahen im Sommer nie das Tageslicht, denn auch wenn es sehr heiß war, trug ich immer eine Strickjacke, damit niemand meine Arme sehen konnte.

Neulich war ich dann auf einer Veranstaltung in einem riesigen, überhitzten Raum – es hatte 30 Grad und die Klimaanlage war kaputt, und ich beschloss, die Strickjacke auszuziehen. Ich kannte niemanden, und eigentlich war es mir auch egal.
Das waren eben meine Arme, ich hatte ja auch keine anderen dabei. Ich dachte nicht, dass es jemandem auffallen würde, doch eine Frau, mit der ich mich unterhielt, sagte mir nach einer Weile im Gespräch: “Das ist ja mutig, dass du deinen Pullover ausgezogen hast – ich traue mich das gar nicht; ich habe Angst, dass dann alle meine dicken Arme sehen.”

Der Satz war irgendwie nett gemeint – und doch steckte alles drin. Ich selbst hatte das Thema nicht angesprochen – und trotzdem war es offensichtlich, dass eine andere Frau es mutig fand, diese dicken Arme einfach so ins Tageslicht zu halten. Ich lächelte einfach; gleichzeitig machte es mich traurig, dass sie (und davor auch ich) lieber in einem Blazer schwitzten, als einfach zu sagen: Schau mal, das sind meine Arme. Deal with it.

Wahrscheinlich ist das das eigentliche Problem: Dass wir Frauen uns so oft gegenseitig ein schlechtes Körperbild verschaffen. Durch die abschätzenden Blicke auf der Straße. Durch vermeintliche Komplimente, die keine sind. Durch das ständige Messen aneinander, den ständigen Vergleich. Deswegen ist es ein guter Anfang, die Waage wegzuwerfen – noch wichtiger ist es aber, jeden Tag darauf zu achten, was wir über uns selbst und zu anderen sagen. Wenn wir uns Komplimente machen nach dem Motto “Du siehst so hübsch aus, hast du abgenommen?” oder wenn wir streng zu uns sind und danach im Café sagen “Dieses Stück Kuchen habe ich mir jetzt aber verdient, ich war drei Stunden beim Sport!”
Das Ablassen von der reinen Zahlenmanie alleine reicht nicht, wenn sich die Haltung dahinter nicht ändert.


Im Sommer fühlt es sich an, als würde sich die Stadt für ihren langen, grauen Winter entschuldigen, an Tagen wie diesen.


Eigentlich müsste dieser Eintrag in CAPS LOCK geschrieben sein, denn 3D Drucken fasziniert mich auf eine Art und Weise, dass ich für immer in Großbuchstaben darüber sprechen möchte. Auf der DMY konnte man in einer offenen 3D Drucker-Session eigene Modelle entwickeln (mit Hilfe, natürlich; denn in 3 Stunden lernt man die komplizierten Programme nicht) und dann ausdrucken. Das dauerte ewig, es gab ein paar technische Probleme und deswegen reichte die Zeit nicht mehr, ein zweites, verbessertes Modell des Rings zu drucken (kleiner und nicht so eckig). Der Druck dieses Rings dauerte etwa 22 Minuten, laut Anzeige waren es auch etwa 32.155 einzelne Spuren, die der 3D Drucker da aufgetragen hat. Technik hat mich schon lange nicht mehr so nachhaltig fasziniert, ich möchte das alles können. Die nächsten Jahre werden in dem Bereich enorm spannend – was das alles möglich macht.
DAS IST DOCH ALLES WAHNSINN!

Plötzlich ist es da, und steckt einfach so im Briefkasten, das ist auch einer der Momente, die irgendwie surreal sind.
Mein erstes Buch.

Das stand auf meiner Bucket List, direkt neben so wichtigen Punkten wie Für immer eine Hängematte haben; denn die Bucket List ist eine To Do-Liste für die großen Dinge im Leben: Die Sehnsucht und die frommen Wunschvorstellungen (daher sind die restlichen Punkte geheim; aber ich arbeite dran). Der einzige Ort, an dem Realisten wie ich noch ordentlich und schwungvoll über den Rand malen können.

Wenn ich mir früher mein erstes Buch vorstellte, dachte ich immer, das wäre ein schöner, langer Roman. Der wäre total zum Nachdenken und Fühlen und so weiter, und dann würde mein Debütroman im Feuilleton verrissen.
Jetzt ist es doch ein Sachbuch aus der Kategorie “Humor” geworden; der Verlag beschreibt das Buch als “Fast noch lustiger als SMS von Gestern Nacht”.

Als ich diesen Satz zum ersten Mal gelesen habe, zweifelte ich viel; jetzt habe ich verstanden, was das heißen soll: Das ist eins dieser vergleichenden Komplimente, die beide Bücher fast genau gleich gut finden; emotional treffen SMS von Gestern Nacht und ich uns also in der Mitte. Und der Rest der Welt hat gleich eine Vorstellung, wie das Buch so ist.

Im Winter, als ich noch schrieb, stand ich eines Nachts vor einer Buchhandlung und sah im Schaufenster das Buch von Ahne, mit dem Titel Wieder kein Roman und auf einmal fühlte ich mich, als hätte mich dieses Buch erkannt, als hätte dieses Schaufenster auf meinen tiefsten Grund gesehen. Ein frontaler Realitätsabgleich, nachts auf dem Bürgersteig; vielleicht auch sowas wie ein Schlüsselmoment. Da die Buchhandlung geschlossen war, stand ich einfach lange davor und schaute das Buch nur an, bis es zu kalt war, um noch weiter dort zu stehen.

Es ist also ein Debütsachbuch geworden; verrückt, wie das im Leben manchmal kommt. Am Ende ist es schon gut so, ich gehöre ja nicht zu den Leuten, die einen fertigen Roman in der Schublade haben, und nicht wissen, wohin damit (höchstens ein halbfertiges Theaterstück im Kopf und ein zweites Sachbuch, das bald fertig sein wird.)

2012/2013 wird als die Phase in die Bloggeschichte eingehen, in der auf einmal alle Blogger ihre Bücher veröffentlichen; und während einige das als Kommerz, Ausverkauf und sonstwas betrachten, bin ich immernoch ganz gerührt und freue mich bei jedem Buch, weil es sich anfühlt, als würde jemand aus der gleichen Klasse jetzt auch eins schreiben; und würde ich die Rede bei unserem gemeinsamen Abschlussball halten, hätte nicht nur ich einen Kloß im Hals und die eine oder andere Träne im Augenwinkel; das ganze Publikum wäre aufgelöst in Tränen. Das ist doch verrückt; dass wir auf einmal nicht nur so vor uns hinschreiben, sondern so richtige Bücher; das ist fast ein bißchen wie Erwachsenwerden.

Jedenfalls, es ist ein Sachbuch aus der Kategorie Humor geworden und es ist ab dem 1. Juli 2013 im Handel (unter anderem hier bei Amazon) erhältlich.

Desweiteren werde ich mich in Sachen Buch kurz halten (in manchen Blogs liest man dann monatelang von nichts anderem, jede Rezension und jeder Artikel und jede Lesung wird einzeln besprochen), aber da bin ich insgesamt nicht so der Typ für.

Für die Bücher gibt es jetzt schon eine Bücher-Unterseite; sobald es Lesungstermine gibt, wird es eine Lesungs-Unterseite geben; und falls genug Pressekram zusammenkommt, auch eine Presse-Seite; jetzt weiß auch jeder bescheid und da kann dann jeder selbst nachschauen, dann ist mehr oder weniger Ruhe im Karton.
(Das Vorhandensein der neuen Unterseiten wird natürlich dann angekündigt; im Feedreader sieht man es ja nicht von selbst; sie befinden sich links oben in der Navigationsleiste.)
Vielleicht mache ich auch noch ein peinliches Foto im Buchladen.

Verrückt, das alles.
Und fast noch lustiger als SMS von Gestern Nacht; genau wie das Leben selbst.