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Da stehend, das eine Bein vor dem anderen. Spielbein und Standbein, es sieht aus, als würdest du tanzen, eine unsichtbare Choreographie zu einer nicht vorhandenen Musik. Einfach nur stehen ist das Schwierigste, selbst wenn die Arme einen Platz haben sollten. Damit du nicht das Gleichgewicht verlierst, steht dein eines Bein so gerade, wie es noch angenehm ist, das andere zeigt in die Richtung, in die du weiter willst. Und wenn du nicht weiter weißt, zeigen beide Fußspitzen nach innen, ungefähr so anmutig wie der Tanz einer anorektischen Ballerina, dazu der rechte Fuß noch auf die äußere Fußkante gekippt, Außenbänderriss vorprogrammiert. Zeig mir, wie du stehst, und ich sag dir, wer du bist. Oder wer du gerne wärst, noch viel wichtiger und spannender zu beobachten. Und auch, was du nicht bist und nie wirst, das alles steht in diesem einen Schritt.

Comments

2 Comments

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  1. October 20, 2008

    Ich werde nie wieder einfach so vor einem Kunstwerk stehen könne ohne mir Gedanken zu machen, wo ich meine Füsse und Hände habe (und ohne mir permanent über die Schulter zu gucken, ob du mich grad fotografierst).

  2. kapinski #
    March 22, 2009

    die menschen sind mindestens so interessant wie die kunstwerke —

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