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Unaufgeregte Schreibtischtage, an denen nicht viel passiert; wie ein ruhiger Fluss, der einfach vor sich hin fließt, ganz normal, wie jeden Tag, nichts tritt über die Ufer, es gibt kein Hochwasser, schließlich hat es lange nicht geregnet. Eine ruhige Isolation am Schreibtisch: als wäre ich ein Läufer, der einen Marathon läuft, Runde für Runde immer im Kreis, ganz alleine in einer Turnhalle. Kein Trainer und kein Publikum neben mir; und keine anderen Läufer, es ist schließlich kein Wettbewerb. Trotzdem geht es ums Fertigwerden, also laufe ich mit der Uhr und dem Kilometerzähler im Blick, an manchen Tagen bis zu einem bestimmten Kilometerstand, an anderen Tagen bis zu einer bestimmten Uhrzeit und manchmal einfach, bis es nicht mehr weiter geht. An manchen Tagen läuft es sich gut, flüssig und weich, an anderen Tagen fühlt es sich an, als müsste ich ein paar Hindernisse überwinden und manchmal ist es ganz normal anstrengend.

Es ist diese Phase, in der es nicht viel darüber zu erzählen gibt, außer, dass es voran geht. Hier und da habe ich etwas gestrichen und dort alles neu gegliedert; aber sonst ist nichts passiert, mehr gibt es nicht dazu zu sagen; also sage ich an Tagen wie diesen nicht viel, manchmal spreche ich sogar kein einziges Wort. Das Telefon klingelt nicht, der Ton ist ausgestellt, und dann ist es irgendwann wie von Zauberhand Abend und die wenigsten Gespräche machen noch Sinn; es ist, als hätte ich alle Worte, die mir an einem einzelnen Tag zur Verfügung stehen, schon aufgebraucht. Eine klassische Entweder-Oder-Phase, in der ich in Gesprächen nicht mehr die richtigen Worte finde und vieles irgendwie falsch klingt, also schweige ich und laufe weiter, bis ich endlich wieder mehr Worte übrig habe.