Die höchst offizielle Pose zur Betrachtung von Kunst ist die abgestützte Hand auf der Hüfte. Oder die Hände vor dem Körper verschränkt. Aber irgendwo müssen sie hin, vor allem hier im Museum. Anfassen ist keine Option. Also müssen sie verstaut werden, die Hände. Einfach runterhängen lassen ist am schwersten. Vor allem, wenn man noch ein Stück näher rangeht, so nah, dass die Nase fast das Glas berührt. Die Paare, die sich Kunst anschauen, machen unbewusst vor dem Bild eine Art Familienaufstellung. Einzelne Personen positionieren nur sich selbst, in keiner Abhängigkeit zu jemand anderem. Trotzdem hat jeder seine eigene Art zu stehen, raumgreifend, distanziert, irritiert.
Comments
4 Comments
Post a comment














Die Zeigefinger auf dem Mund oder kraulen am Kinn mit verschränktem anderen Arm Pose … ist meine Liebling.
Viele Grüße
wow! tolle bilder!
Tim Eitel in Fotos. Nun ja.
Diese Bildaura mit Betrachtenden ist eine neue Spannung. Mir gefällt das sehr. Wer es etwas abstrakter und schon mit “Autorenperspektive” anschauen mag, kann sich die Serie “Kunstliebhaber” von Michael Ebel anschauen. Gleiche Thematik/Motivik.