Einige Liter Farbe. 598 Einzelteile. Ein neues Sofa. Glück hoch zehn.
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Eat & Style in München.
Kurzfristig noch Karten für die Eat&Style Messe in München bekommen und dann die Sache mal aus der Nähe angeschaut. Irgendwie hält dieser Hype um die Fernsehköche in unserem Land immer noch an. Menschen pilgern an einen Stand und stellen sich in lange Schlangen, um ein Autogramm von Johann Lafer, Stefan Marquardt oder Martin Baudrexel zu bekommen, als wären es die größten Rockstars aller Zeiten. Was die Leute mit diesen Autogrammen letztlich machen, ist mir bis heute unerklärlich. Rahmt man sich das ein? Legt es in ein Album und zeigt es seinen Besuchern bei der Tasse Kaffee nach dem Essen? Kochbücher signieren, das wäre ja noch was, aber einfach so ein Stück Papier, ich weiß ja nicht.
Die Essen&Trinken-Redaktion hatte eine Live-Kochshow, in der ein Reh zubereitet wurde, mit Semmelknödel und Pastinaken. Der Himbeertoni und ich waren überrascht, dass vor allem die Sache mit dem Reh so einfach war. Nur die Sache mit der Sauce, die war “schon mal vorbereitet“ worden. Da liegt dann immer der Hund begraben. Irgendwie merkt man auch, dass das der letzte Messetag ist, dass dieses Essen schon zum tausendsten Mal von diesen Leuten gekocht wird, sie sind müde jetzt. Aber dann noch mal alles raus an Eloquenz, ein Witz, lachen, weitermachen. Das Ergebnis kommt auf einem kleinen Probierteller daher und ist einfach nur zum Niederknien.
Living at Home hatte so ein paar Tischdekorationen zusammengestellt, der eine Tisch folkloristisch mit Matroschka-Puppen und tausend Farben, der andere puristisch mit Federn und Wolle und Vogel-Tapetenstickern. Am meisten mochte ich die Holztische und diese Lampenschirme, die aussehen wie zerbrechliche Bälle. Gut gefallen hat auch der Angler-Tisch, grau gehalten, mit Steinen und einem leicht unheimlichen Angler als Wandsticker. Dazu die Frage, wer wirklich seinen Tisch so aufwändig dekoriert, außer beim Perfekten Dinner. Wahrscheinlich auch eher so ein Fernsehmythos.
Spontan habe ich mich in ein Messer verliebt. Ein rosa Mädchenmesser von KAI Pure Komachi. Knalltürkis gab es nicht, deswegen nun eben rosa. Mit einer federleichten japanischen Klinge, und Tierköpfen im Griff eingearbeitet. Ich glaube, das ist ein einschneidendes Erlebnis, im wahrsten Sinne des Wortes, wenn man sich das erste eigene scharfe Messer zulegt. Dabei auch den ehemaligen Messerfreund vergessend, alle Regeln, alle Unentspanntheiten. Damit ist sogar aus Versehen in den Finger schneiden irgendwie fancy.
Big Urban Love.
Heute war der erste Tag aus dem Vollzeit-Programm. Erst 8 Stunden arbeiten, dann Richtung Bibliothek, kurz essen, dann noch ein paar Seiten schreiben bis halb zehn. Das geht erstaunlich gut. Und die Bibliothek wird immer leerer und leerer, es kehrt dann eine ganz und gar beruhigende Stille ein. Sogar die laute Uhr, die mich tagsüber dort mit ihrem Ticken stört, scheint abends irgendwie leise zu sein. Dazu noch eine halb zufällige Begegnung – erst jemanden zufällig gesehen, und dann der Begegnung ein bißchen auf die Sprünge geholfen. Ein wahnsinnig guter Montag also.
Dazu gestern Abend aber noch Hals über Kopf verknallt, und wie so oft – unglücklich. Ich hab ihn gesehen und gedacht: Der ist es! Aber wir können nicht zusammenkommen. Denn Urban Outfitters verschickt nicht nach Deutschland.
Dabei ist er perfekt. Mit dem würde ich sogar im Altersheim noch zusammen sein wollen. Dann könnte der Zivi, wenn er mich vom Spaziergang zurückbringt, meinen Bademantel dran aufhängen.
Auch noch gefallen haben die Sachen hier, wenn auch nicht mit solchem Herzschmerz verbunden:
Tja. Man kann so ziemlich jeden Mist übers Internet aus aller Welt bestellen. Nur eben den ganz coolen Scheiß nicht. Und wer jetzt immer noch nicht genug gewarnt ist: Urban Outfitters hat nicht nur coole Einrichtungssachen, sondern auch noch gute Klamotten. Und einen Blog, der sagt: Meine Fresse, wir sind hier die Ober-Knaller in Sachen Style und Musik und überhaupt und sowieso! Da sieht man auch schon, was der Herbst endlich bringt. Jedenfalls für die ganz coolen Leute. Beziehungsweise die, die in einem Land leben, wo das Zeug hingeschickt oder verkauft wird.
Schweden ist für alle da.
Das Wochenende war vor allem zum aufbauen und rumkruscheln da. Gestern einige Stunden bei den Schweden in Eching gewesen, und dann, als es schon dunkel war, alles hoch getragen und pantomimisch leise aufgebaut. Mein Nachbar ist sehr lärmempfindlich, und bei zu lauten Heimwerker-Arbeiten in der Nacht steht er wie Rumpelstilzchen vor der Tür. Aber jetzt gibt es endlich genug Stauraum im Flur, und endlich hab ich die letzten zwei Kisten ausgepackt. Und in der Küche gibt’s auch neue Regale… jetzt hört das kreative Chaos auf.
Zu meinem Glück fehlt mir jetzt nur noch der Elefanten-Aufkleber.
Und die restliche Zeit total entspannt alle mal die rosa Füße und Pfoten hochlegen.
Keep calm.
Dieses Poster bekam ich vor knapp drei Monaten aus Wien mitgebracht. Neue Wohnung, neues Glück, neuer Anfang. Und in der Rückschau sollte dann alles nicht mehr so schlimm aussehen. Grade fühlt es sich so an, dass ich froh bin, dass manche Dinge vorbei sind. Und noch mehr werde ich mich freuen, wenn andere Dinge auch endlich durch sind. Heute habe ich viel innere Stärke darauf verschwendet, für meine alte Wohnung noch eine Vollmacht über die Auflösung des Mietvertrags auszustellen, in zwei verschiedenen Briefen. Dazu muss man sagen, dass wir immer noch so wahnsinnig neutral tun. Wie zivilisierte Menschen das eben machen würden. Irgendwie gab es seit einem halben Jahr keine klaren Worte. In mir brodelt ein Vulkan. Ein Konglomerat aus Wut, Schmerz, Enttäuschung und Verachtung. Und in meinem Kopf sind viele harte und auch ungerechte Worte und Sätze. Ich sage davon keinen einzigen. Weil es nichts bringt. Und weil ich auch viel zu stolz bin. Also bin ich nur so eiskalt, dass es selbst im Hochsommer zum Betreiben der Olympia-Eissporthalle reichen würde. Daher warte ich darauf, dass das Thema abgefrühstückt ist. Und in der Zwischenzeit lebe ich ganz nach meinem neuen Lebensmotto (ursprünglich eine Nachricht von King George VI an seine Landsleute im zweiten Weltkrieg )
Sue Super Fudge Chunk.
Mal kurz den Samstag abhandeln – ganz guter Tag bisher. Ein Knaller immer wieder: Der Geruch von frisch gewaschener Wäsche. Vor allem draußen getrocknet. Auf meiner jahreszeitübergreifenden Geruchs-Liste die Nummer 1. Ich finde auch Leute wahnsinnig sympathisch, die nach Waschmittel riechen – nicht zu viel. Aber genau dieses frisch-aus-dem-Schrank, wow. Total toll finde ich deswegen auch die Idee von Library of Fragrance: die packen Gerüche in Parfum. Keine Ahnung wie authentisch das riecht, aber da sind echt gute dabei (und auch seltsame – wie “Reitgerte”):
http://www.libraryoffragrance.de/
Ansonsten heute wieder kein ausgiebiges Wälzen mit Ben und Jerry im Bett mit einem guten Film. Gestern schon dran gescheitert, auch wenn so ein riesen Flauschi-Sofa das entschädigt. (wer sich jetzt fragt – wer zum Teufel sind Ben und Jerry – und wieso hat die Sue noch nichts davon erzählt, dass sie jetzt eine Dreiecksgeschichte laufen hat – es ist ganz anders.)
Das ist so pervers, das Zeug, dass es kracht. Häagen Dasz kann da nicht mithalten. Und Mövenpick und Lagnese und so – PAH! Von wegen stundenlang conchiertes Eis. Braucht kein Mensch, wenn er drei Milliarden Stücke im Eis haben kann. Da schafft man immer nur drei Löffel und muss dann kapitulieren.
Sonst noch toll: Spontan verliebt in dieses Büro – Wohnungs – Dings:
Ich steh auf die Mischung aus dem puristischen – und dem Fachwerk-Charme. Und der Kamin! Und links im Bild diese Kissen die aussehen wie Steine. Man! Sogar ein Fell. Und da oben geht man dann so hoch, und kann da schlafen oder arbeiten. Gefunden wurde das hier: http://wherewedowhatwedo.com/
Da sind noch ein paar wahnsinnig gute Arbeitsplätze dabei. Aus Agenturen und Designbüros. Und da sieht man auch total viele Schreibtische und Arbeitsplätze von Leuten, die im Home Office arbeiten. Mein Schreibtisch (in latent unordentlich).

Was an meinem Schreibtisch am besten ist: diese durchsichtige Platte. Nein, ich zeichne nicht damit. Aber ich könnte es jederzeit. Und ja, das ist George Clooney an der Pinnwand, als Eye Candy bei Denkblockaden.






















