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Ich hätte gerne ein bißchen mehr Zeit gehabt, um mich angemessen zu verabschieden. Um alle wichtigen Orte noch einmal zu besuchen. Um noch einmal durch meine Museen zu gehen und nochmal auf meinen Parkbänken zu sitzen. Um in meinem Lieblingsclub noch eine Nacht durchzutanzen und unzählige Mangoschorlen in den schönsten Cafés zu trinken. Manchmal muss das alles etwas schneller gehen, vielleicht bleibt dann weniger Zeit für Taschentuchmomente. Und doch riecht hier jeder Winkel nach Zuhause. Hier gehöre ich hin, wie man überhaupt nur irgendwo hin gehören kann.

Trotzdem kann man nicht für immer bleiben, manchmal muss man eine Weile weg gehen, um eines Tages wiederkommen zu können. Das ist dieser Moment, wann, wenn nicht jetzt. Woanders hin, wo ich meine Gespenster nicht auf dem Fahrrad vorbeifahren sehe. Und trotzdem fühlt es sich an, als würde ich einen Teil von mir zurücklassen, diesen Teil, den man einfach nicht mitnehmen kann. Es brennt wie Desinfektionsmittel in einer offenen Wunde; diese Art von Schmerz, die einfach dazugehört und nach einer Weile nachlässt. Man weiß das, man kennt sich aus mit dieser Art von Schmerz. Und obwohl ich es am liebsten laut rausschreien würde, halte ich mich an die hier herrschenden Gepflogenheiten und sag’ zum Abschied leise Servus.

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Moderne Kunst, und was sie mit dir macht, zwischen all den Leuten. Dein eigener Moment, du und der Warhol, ein Kopfschütteln, ein Nicken, ein Zucken, ein Schlucken. Ein Lächeln, das dich später ein Plakat kaufen lässt, eine Postkarte für deine Liebsten, um mit dem Finger draufzuzeigen. Einen Schritt nach vorne, du könntest hinfassen, keine Sicherung als der durchschnittliche Anstand würde dich hindern. Außer die Museumswächter, aber eine Minute zu spät. Deine Hand mitten rein, einfach so. Weil du es könntest, ein einziges Mal zumindest.

(Alle bisherigen Bilderserien in der Übersicht hier.)

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Das Glück an der Nase der Löwen, mit einer einzigen Berührung zu übernehmen. Die Sehnsucht nach besseren Zeiten und das sichere Gefühl, zuhause zu sein. Kein Aberglauben, eher eine Mischung aus Tradition und Gewohnheit. Tausende Berührungen, die den Löwen die Schnauze auf Hochglanz polieren und die Überwindung, die es kostet, ausnahmsweise ohne Glücksstreichler vorbeizugehen.

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Heute entdeckt: Hundertmark hat eine Münchner Zweigstelle eröffnet. Nicht irgendwo, sondern in meinem Haus. Hier in der Gegend sagen sich Fuchs und Hase übrigens noch persönlich Gute Nacht. „A.“ steht bestimmt für Agenten. Oder für Astronauten. Sehr unauffällig jedenfalls, Jungs.

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Derzeit bin ich definitiv der letzte Mensch, der irgendwelche Empfehlungen in Sachen Nachtleben aussprechen kann – aber trotzdem: der nächste Mädelsabend sollte definitiv im Cafe am Hochhaus stattfinden. Oben gibt es neben guter Musik eine recht neue Tapete, und auf der Damentoilette ist Kumpeltreffen angesagt. Früher war das ein ziemlich ranziges Kabuff mit ein paar schlechten Filzstiftmalereien, jetzt gibt es dort eine Männertapete mit enorm lustigen Bildern. Die Bank steht also nicht ohne Grund neben dem Waschbecken. Eigentlich eine gute Idee, eine gehypte Location zu besuchen und dann den ganzen Abend am Klo zu verbringen.

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Erst vergesse ich das Ticket daheim, was mir wenigstens noch in der Nähe meiner Wohnung einfällt, dann fühlen sich die Lieder der Vorband wie eine halbe Ewigkeit an. Irgendwann ist es endlich soweit, das William Fitzsimmons Konzert in München beginnt und schon die ersten Songs öffnen alle Schleusen. Das Publikum besteht aus etwa 50 Leuten, gefühlsmäßig erinnert es ein wenig an das Wohnzimmerkonzert, nur diesmal sind die Wände zerkratzt wie eine alte Schultoilette. Bei jedem Song wird einem das Herz ein Stück weiter raus gerissen, zwischen den Liedern gibt es dann Witze, die wie Duct Tape alles zusammenhalten. Bei irgendeinem Witz lache ich so laut, dass er mein Lachen kommentiert und ich automatisch tomatenfarben im Gesicht werde. Aber eigentlich ist das nichts Neues, mein Lachen gleicht einer Orkanböe, man hört es unverkennbar durch Schallschutzwände. Im kleinen Kreis der Zuhörerschaft entsteht das, was man wohl eine besondere Atmosphäre nennen kann, keiner ist zufällig hier her gekommen. Am Ende des Konzerts steht er neben seinem Merchandise-Stand, schüttelt allen die Hand, unterschreibt hier, scherzt da, und freut sich total, seine Hörer kennen zu lernen. Ohne Übertreibung war das Konzert das sympathischste, auf dem ich je war – seine Tour führt noch bis Ende nächster Woche durch Deutschland. Unbedingt hingehen, ein Bier mit ihm trinken, wunderschöne Musik hören und einen grandios amüsanten Abend haben.

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Wir sind Uma Thurman & wir sind John Travolta. Jeder hat den Film gesehen, bei allen ist es lange her. So ganz genau erinnert sich keiner mehr an einzelne Szenen. Alle wichtigen Charaktere sind da, mindestens einmal. Am tollsten ist „Der mit dem Ball im Mund“. Grundsatzerkenntnisse: 1. Eine Diskokugel wird als vollwertiges Kostüm total anerkannt. 2. Die Nachbarn sind viel toleranter als ihr Ruf. 3. Als einziger „echter“ Münchner wird man auf einer Party in München manchmal wie im Zoo bestaunt. 4. Der neue Trend heißt High Carb und geht so: auf ein Brot mit Belag kommt oben drauf noch Kartoffelsalat. Total pervers & gut zu fortgeschrittener Stunde. 5. Der Soundtrack ist zwar totgehört, aber da sind tolle Lieder drauf eigentlich. So wie Flowers on the Wall zum Beispiel.

Total schön: Der Pullover. Die Rentier-Schürze. Der Blaukraut-Overload.

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Warten auf den Einsatz: Die Semmelknödel-Invasion.

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Die Gastgeberinnen profiliert.

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Grundsatzerkenntnisse: 1. Alle Männer sehen gleich aus, und heißen im Zweifelsfall Johannes. 2. Die besten Festivitäten finden immer in Küchen statt. 3. Man geht wirklich immer, wenn es gerade am schönsten ist. 4. Wenn man dort ist, will man da auch wohnen.