


Jedes Mal sitze ich am Fenster und jedes Mal trifft es mich mit voller Wucht: Wie wahnsinnig blau der Himmel dort über den Wolken ist. Und wie fantastisch die Technik ist, die das möglich macht. Dann sitze ich da stundenlang, gerührt von der Schönheit der Welt, und in mir drin ist alles Caps Lock, denn DAS IST DOCH ALLES WAHNSINN! Und dann sind wir in 11582 Metern Höhe, und es hat draußen -60 Grad und auf dem Fenster sammeln sich die Eiskristalle, dann hören plötzlich die Wolken auf und man sieht den Ozean und lauter kleine Inseln.
Das wird sich nie abnutzen, egal, wie oft ich fliege, denn das ist doch wirklich unfassbar. Es ist mir schleierhaft, wie die Menschen in Flugzeugen so ruhig bleiben können; statt einem verhaltenen Klatschen bei der Landung verdient dieser Blick auf die Welt doch Standing Ovations.
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We’ve come too far to give up who we are.
Halleluja. George Barnett spielt mal eben alles selbst; erstaunlich, was man in so einem kleinen Wohnzimmer alles einspielen kann, wenn man das will; und dann klingt es besser als viele Lieder aus großen Studios. Don’t curb your enthusiasm, ever.
Abwarten und lieben.

(Große Fragen an einer Hausfassade in Kreuzberg.)

Business Punk und ich haben eine stabile On-Off-Beziehung: begeistert von der Idee, ein unspießiges, junges Wirtschaftsmagazin auf dem Markt zu haben, habe ich mich bei jedem anschließenden Lesen darüber geärgert, dass Frauen als Zielgruppe nicht gemeint sind.
Das erkennt man u.a. an der Selbstbeschreibung – ein Heft für Männer, die etwas bewegen wollen und daran, dass die Werbung und die Produktempfehlungen sich nur an Männer richten (diesmal sind in der Modestrecke auch Bikinis!) und bisher war noch nie eine Frau auf dem Cover. Mittlerweile findet man aber immer öfter Unternehmerinnen im Heft, und seit heute auch endlich ein Katzenfoto; das hatte bisher auch gefehlt. Wie toll könnte ein Businessheft sein, dass sich an Menschen, Tiere und Geräte richtet? Eben.
Ask a Grown Woman.
Ask a Grown Woman: Beth Ditto.
“Don’t hang out with people that make you feel less than amazing.”
(Überhaupt schöne Serie: Bei Rookie beantworten bekannte Erwachsene Teenagerfragen, und die meisten Antworten gelten auch für Erwachsene noch: Ask A Grown Woman und: Ask A Grown Man.)
27.

Und immernoch finde ich Älterwerden großartig, es ist als Selbstfindungsprozess so ähnlich wie Eat, Pray, Love – nur ohne Beten und den Besuch im Ashram, das hebe ich mir für die Midlife-Crisis auf. Wie schön das auch als Metaschleife funktioniert: wenn ich heute in alten Tagebüchern lese, was ich vor zehn Jahren geschrieben und gedacht habe, und mir dann vorstelle, wie viel mehr ich in zehn Jahren weiß, wenn ich das hier wieder lese – das ist ja sowas wie Inception fürs Erwachsenwerden.
Seltsame Zäsur nach dem Kalender, aber dann wieder auch genau richtig.
(26 / 25 / 24 / 23.)

Die Zeit der Wolkenbrüche hat begonnen, der Sturm zerzaust das Haar und die Kräne drehen sich in Mitte, um der Stadt dort ein neues Gesicht zu geben und ich vermisse den Geruch des Platzregens in der Heimat, irgendwie riecht der Regen dort unter den Kastanien anders.
Ich kann es nicht erwarten, eine Weile weg zu sein, weit weg, um dann wieder nach Hause zu kommen, und dann lese ich das: I don’t travel because I want to leave my home. I travel because I need to know why I’m staying.
Ein schöner Gedanke: Nicht zu bleiben, weil man muss, sondern weil man sich dafür entscheidet; vielleicht auch nur, weil man sich nicht dafür entscheidet, woanders hinzugehen; die meisten Menschen vergessen ja, dass passive Entscheidungen auch Entscheidungen sind. Überhaupt ist das mit dem Bleiben und den Entscheidungen eine schöne Sache, auch wenn der Heimatregen an manchen Tagen fehlt.
Never lost in space.
Das ist doch Wahnsinn: Commander Chris Hadfield spielt an Bord der ISS mitten im Weltall eine neue Version von Space Oddity ein. Ich meine: Wow. Ich habe kaum Worte dafür, wie sehr es mich begeistert, dass so etwas technisch möglich ist. (via Kaltmamsell)
Widerstand leisten.

Insgesamt lese ich wenige Printprodukte – es ergibt sich einfach nicht; zur Zeit lese ich generell wenig. (Früher, Sie werden sich erinnern, gab es hier Monatsrückblicke, in denen stand, was ich las; aber mittlerweile teile ich die Zeit nicht mehr auf diese Art in Zusammenfassungen ein.)
Print also immer seltener, aber an Bahnhöfen und Flughäfen liebe ich diese großen Zeitungsläden mit tausenden Magazinen in allen Sprachen, und da kaufte ich dieses Heft. Psychologie Heute Compact, Heft 33 – “Widerstand leisten gegen die Zumutungen der Zeit”. Die Themenblöcke im Heft sind “Widerstand leisten”, “Grenzen setzen”, “Abstand halten”. Tatsächlich sind da recht gute Denkanstöße drin – denn wann ich das letzte Mal aktiv Widerstand geleistet habe, fällt mir nicht so recht ein. Oder Abstand halten, in einer Zeit, in der wir nicht nur beruflich ständig erreichbar sind, sondern auch im privaten Umfeld – und zum Beispiel bei Facebook angezeigt wird, wann der Empfänger einer Nachricht diese Nachricht gelesen hat. Finde nur ich das irgendwie zuviel des Guten? Wann fing diese unangenehme Transparenz in der Kommunikation an? Und wieso leisten wir da so wenig Widerstand? Nachdenken über diese und ähnliche Fragen liefert jedenfalls interessante Ergebnisse.
re:publica 2013 – Ohne Jauch ging’s auch. #OJGA
Der Videomitschnitt der #OJGA Session ist online – eine Diskussion mit Teresa Bücker, Anke Domscheit-Berg, Prof. Dr. Stefan Sell und Prof. Dr. Joachim Hasebrook zum Thema “Von Human Resources zu Human Relations – wie sieht die Arbeit der Zukunft aus?”
Technische Probleme führten dazu, dass die Interaktion mit dem Publikum nicht so funktionierte, wie es geplant war – der Knopf in meinem Ohr mit der Verbindung zur Regie (Anna-Mareike Krause) fiel während der Show immer wieder aus und es war nichts außer einem Rauschen zu hören.
Der Heimvorteil von Jauch ist am Ende sein technisch perfektes Studio, sein riesiges Team und sein Budget – unser Showbudget lag bei 0,00 €.
Trotzdem ist es ein spannendes Gespräch geworden – auch wenn eine Stunde nicht reichte für dieses große Thema, denn am Ende hätten wir einen ganzen Tag darüber reden können.